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12.09.16

Das Buch zum Blog: Gustav A. Zeitzschel


Gustav Zeitzschel - Das Blogbuch (105 Seiten, PDF) 


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02.01.08

1918 Heirat mit Anna Theresia Dunst

Am 7. Februar 1918 heiratete Gustav Zeitzschel in Berlin Anna Theresia Dunst (*1885 - †1956).



Mit Anna Dunst hatte Gustav zwei Kinder. Hans Rudolf (*1918 - †1939) und Liselotte Charlotte (Lilo) (*1921).

1913 - 1931 Deutsche Lichtspiel-Oper / Deutsche Singfilm und Gastrollen

Feste Engagements an einem Opernhaus blieb Gustav Zeitzschel nach Chemnitz versagt. So blieben gelegentliche Übernahmen von Gastrollen, die Erinnerungen



und der Aufbruch in eine neue Zeit.

Die Zeit der Vorläufer des Tonfilms ...


1915 engagierte Karl Otto Krause von der Delog, Deutsche Lichtspiel-Opern Gesellschaft Gustav Zeitzschel als Opernsänger für ihre innovativen Singfilme nach dem Beck’schen Patent von 1911.

Erst als Gesangsstar und später als Direktor der deutsch-österreichischen Künstlergesellschaft organisierte er Gesang-Film-Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und sang in zahlreichen

Filmopern
u.a. Cavalleria rusticana, Der fliegende Holländer, Der Freischütz, Der Waffenschmied, Die Lustigen Weiber von Windsor, La Traviata, Lohengrin, Martha (1916), Margarethe, Undine;

Filmoperetten
u.a. Nur auf den Bergen wohnt das Glück, Wer in der Jugend nicht küsst; sowie

Sing-Filmspiele
und Volksfilme u.a. Das Herz am Rhein, Du Mädel vom Rhein, Ich hatt' einen Kameraden ...













bis die Durchsetzung des Lichttontechnikverfahrens des Tobias-Klangfilm-Systems und
die sich stetig verbessernde Tonqualität diese Aufführungsart mit Live-Chor und Orchester um 1931/1932 ins Hintertreffen gerat und 1933 ganz hinfällig wurde.

Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1920, Seite 924

Gustav Zeitzschel "Gastier"
Berlin SW, Lichterfelder Str. 5

Singfilme - Filmografie

Sing-Film GmbH

1920    Rheinzauber
            Regie: Joseph Max Jacobi, Drehbuch Carlo Emerich

1920/   Banditen
1921    Regie: Max Agerty, Drehbuch: Carlo Emerich

1921     Die Strandnixe
             Regie: Max Agerty, Drehbuch: Kurt E. Weckwarth

1921     In einem kühlen Grunde
             Regie: Max Agerty, Drehbuch: Hans Felsing

1922     Du Mädel vom Rhein
              Regie: Hans Felsing

1922     Am Brunnen vor dem Tore
             Regie + Drehbuch: Hans Felsing

1923     Nur auf den Bergen wohnt das Glück
             Regie + Drehbuch: Hans Felsing

1923     Ich hatt' einen Kameraden
              Regie + Drehbuch: Hans Felsing

1924     Barfüßele. Ein Schwarzwaldidyll
             Regie: Heinrich Lisson, Drehbuch: Hans Felsing

mehr zur Sing-Film GmbH, Berlin


Georg Enders-Film GmbH, Berlin

1925    Im Krug zum grünen Kranze
            Regie: Heinrich Lisson, Drehbuch Hans Felsing

1925    Das Herz am Rhein
            Regie: Heinrich Lisson, Drehbuch Hans Felsing

mehr zu Georg Enders-Film GmbH, Berlin

Ausgewählter Literatur


Der deutsche Musikfilm: Archäologie eines Genres 1914-1945
von Michael Wedel
1. Auflage 2007 (Dissertation, Uni Amsterdam 2005)
476 Seiten, broschiert
ISBN 978-3883778358
Verlag edition text + kritik

Positionen deutscher Filmgeschichte:
100 Jahre Kinematographie: Strukturen, Diskurse, Kontexte

von Michael Schaudig (Herausgeber, Mitwirkende, Einleitung),  Evelyn Hampicke (Mitwirkende), Christiane Heuwinkel (Mitwirkende), Herbert Birett (Mitwirkende), Sabine Lenk (Mitwirkende), Jürgen Kasten (Mitwirkende), Wolfgang Mühl-Benninghaus (Mitwirkende), Michaela Krützen (Mitwirkende), Michael Truppner (Mitwirkende), Andrea Naica-Loebell (Mitwirkende), Klaus Kanzog (Mitwirkende), Kirsten Burghardt (Mitwirkende), Jürgen Felix (Mitwirkende), Oliver Jahraus (Mitwirkende), Andreas Rost (Mitwirkende), Peter Schott (Mitwirkende), Elisabeth Miltschitzky (Mitwirkende), Petra Grimm (Mitwirkende), Dieter Wiedemann (Mitwirkende), Knut Hickethier (Mitwirkende)
1. Auflage 1996
508 Seiten, broschiert
ISBN 978-3926372079
diskurs film

MusikSpektakelFilm
Musiktheater und Tanzkultur im deutschen Film 1922-1937

(CineGraph Buch)
von Hans-Michael Bock (Herausgeber), Wolfgang Jacobsen (Herausgeber),
Jörg Schöning (Herausgeber), Katja Uhlenbrok (Herausgeber) 

1. Auflage 1998
174 Seiten, broschiert
ISBN 978-3883775982
Verlag edition text + kritik


Als die Filme singen lernten. Innovation und Tradition im Musikfilm 1928-1938
(CineGraph Buch)
von Hans-Michael Bock (Herausgeber), Wolfgang Jacobsen (Herausgeber), Jörg Schöning (Herausgeber), Malte Hagener (Herausgeber), Jan Hans (Herausgeber)
1. Auflage 1999
222 Seiten, broschiert
ISBN 978-3883776149
Verlag edition text + kritik

02.12.07

1909 - 1913 am Stadttheater in Chemnitz

Von 1909 (Neueröffnung am 4. September) – 1912 war Gustav Zeitzschel als lyrischer (und Spiel-)Tenor am Neuen Stadttheater in Chemnitz engagiert.


Neues Stadttheater Chemnitz (September 1909)
Quelle: Andreas-Praefcke.de

Direktion: Richard Jesse, Richard Tauber, sen. (1912)
Musikalischer Leiter / Kapellmeister: Oscar Malata (u.a.)
Spielleiter / Regie: Fritz Diener (u.a.)






 

Aus seinem Rollen-Repertoire in Chemnitz

Carmen (Don José)
Der Barbier von Sevilla (Graf Almaviva)
Der fliegende Holländer (Der Steuermann Dalands)
Der Freischütz (Alfred)
Die Entführung aus dem Serail (Belmonte)
Die Meistersinger von Nürnberg (Kunz Vogelgesang, Kürschner)
Der Rosenkavalier (Haushofmeister, Sänger, Wirt)
Don Juan (Oktavio)
Faust / Margarethe (Faust)
Fidelio (Florestan)
Hoffmanns Erzählungen (Hoffmann)
Lohengrin (Erster Edler von Brabant)
Romeo und Julie (Romeo)
Tannhäuser (Walther von der Vogelweide)
Troubadour (Manrico)
Wildschütz (Graf Kronthal)
Zauberflöte (Tamino)

Ausgewählte Kritiken

Chemnitz (29. Oktober)
Verdi Troubadour, Manrico

... Und Herr Zeitzschel ein lyrischer Tenor, wie wir ihn nicht allzu oft in unserem Ensemble gehört haben; sicher, mit geschmeidiger und weicher, fast samtener Stimme, die auch die für einen Spieltenor ungewohnten Anstrengungen der Manricorolle glänzend aushielt und sich in der Stretta, wie im Schlusse zu imponierender Höhe aufschwang.


Aus der Kritik der Dresdner Zeitung (13. April 1905)
Zauberflöte, Tamino

Als Tamino in Mozarts Zauberflöte gastierte Herr Gustav Zeitzschel vom Nationaltheater in Berlin mit recht günstigem Erfolge, leider jedoch, wie man hört, nicht auf Engagement. Herr Zeitzschel hat Stimme und kann singen. Sein Organ ist, wie es scheint, auch kräftig und tragfähig genug, es käme nur auf eine weitere Probe an, ob er in großen Ensembleszenen Chor und Orchester zu beherrschen vermag. Die Bildnisarie geriet bis auf einige allzu nasal bzw. gaumig klingende Töne ganz vortrefflich, auch im weiteren Verlauf der Oper büßte die Stimme nichts an tenoralem Schmelz ein, und seit langem haben wir eine lyrische Partie nicht mehr so schön singen gehört, wie am Dienstag. Er übertrifft in mehr als einer Beziehung Herrn Saville.


1913 verlor Gustav Zeitzschel sein Engagement in Chemnitz an den noch jungen Richard Tauber, der seinen Stelle als Solist, für ein deutlich geringeres Honorar, übernahm. Richard Tauber sen., ab 1912 Direktor des Chemnitzer Stadttheaters, ebnete den Weg für diesen Wechsel.

Gastpiele und Konzerte

Dazu kamen vor, während und nach dieser Zeit zahlreiche Gastspiele u.a. in

- Offenbach a. M.
- Hoftheater in Altenburg,
- Kgl. Hoftheater in Dresden (Semper Oper),
- Sommeroper in Stralsund, etc.




Aus dem Fotoalbum von Gustav Zeitzschel

Wohnadresse: Gustav Zeitzschel, Weststr. 53, Chemnitz (1912)

02.09.07

1904 - 1905 am Nationaltheater Berlin

Mitte 1904 (und bis zum vorzeitigem Ende des National-Theaters im Sommer 1905) wechselte Gustav Zeitzschel als lyrischer Tenor an das Nationaltheater am Weinbergsweg, Berlin. Es wurde am 29. September 1904 neu eröffnet und stand unter der Direktion von Hugo Becker (ehem. Mit-Direktor des Theater des Westens) und des Kapellmeisters Wilhelm Reich.



Quelle: Berliner Telefonbuch 1905


Verschiedene Berliner Zeitungen (2. Oktober 1904)
Wildschütz, Graf Kronthal

Aus der recht undankbaren Rolle des Barons Kronthal holte Herr Zeitzschel mit seiner gewandten Spielweise und schmiegsamen Tenorstimme heraus, was da zu holen ist.

Von den Solisten ist Herr Gustav Zeitzschel zuerst zu nennen. Sein wohlklingender, mühelos ansprechender Tenor erfreit durch Gleichmäßigkeit der Tongebung in allen Lagen, und die Textbehandlung läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, ohne daß das Legato irgendwie darunter litte. Die Darstellung ist bereits ganz gewandt, so daß der Gesamteindruck dieser Leistung (Graf Kronthal) ein entschieden günstiger war.
Aus der Kritik der Dresdner Zeitung vom 13. April 1905
Zauberflöte, Tamino

Als Tamino in Mozarts "Zauberflöte" gastierte Herr Gustav Zeitzschel vom Nationaltheater in Berlin mit recht günstigem Erfolge, leider jedoch, wie man hört, nicht auf Engagement. Die Bildnisarie geriet ... ganz vortrefflich, auch im Verlauf der Oper büßte die Stimme nichts an tenoralem Schmelz ein, und seit langem haben wir eine lyrische Partie nicht so schön singen gehört, wie am Dienstag. Er übertrifft in mehr als einer Beziehung Herrn Saville.

Nürnberger / Fürther Zeitung: 1905
Barbier von Sevillia, Almaviva

Einen tüchtigen lyrischen Tenor lernten wir in Herrn Gustav Zeitzschel kennen; die Stimme besitzt Kraft und Fülle in den Höhenlagen, wie vollständig ausgeglichene Register der Mittelpartie bei überaus sympatischer Klangfarbe. Das Spiel zeigt dramatisches Leben und charakterisiert Stimmungen in Szenen und jede wechselnde Empfindungen des Helden.




Über das Becker'schen Nationaltheater Berlin

"Das National-Theater in Berlin, als volkstümliche Opernbühne von Dir. Hugo Becker zu Beginn des Herbstes [A.d.V.: 1904] ins Leben gerufen und nicht ohne künstlerische Erfolge geleitet, schließt seine erste Spielzeit, welche zugleich die letzte ist. Auch der vorübergehende Eintritt des Herrn Dir. Leopold Müller aus Wien in die Direktion hatte nicht verhindern können, daß das Unternehmen nicht in der gehofften Weise prosperierte, woran wohl die Lage des Theaters am Weinbergsweg, und die der Oper nicht günstige Beschaffenheit des Raumes wesentliche Schuld trugen. Das zum größten Teil durch mehrjährige Verträge gebundene Personal löst sich auf. Als Possenbühne unter dem Namen Walhalla Theater [A.d.V.: Walhalla Varité-Theater] wird das Haus am 1. Oktober [A.d.V.: 1905 - 1914] wieder geöffnet."


Quelle: "Neuer Theater-Almanach für das Jahr 1905"
            der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger  (Seite 132)

02.05.07

1899 - 1900 In Afrika

Der ältere Cousin Gustav Zeitzschels, der Berliner Bankier Karl Zeitzschel war auch in der Deutschen Kolonialgesellschaft aktiv, u.a. als Schatzmeister, Schriftführer und Herausgeber verschiedener Schriften der Gesellschaft.



Es kann angenommen werden, dass er auch in die Kaffeeplantage Sakarre A.G. und die Usambara Kaffeebau Gesellschaft investiert hatte und nicht ganz unbeteiligt war, dass Gustav statt sich nach seiner musikalischen Ausbildung ganz der Musik zu widmen, sich von seinem Cousin Karl verpflichten, zuvor noch einmal für die Aktiengesellschaft zwei Jahre als kaufmännischer Direktor nach Afrika zu gehen.





Von 1899 bis 1900 war Gustav Zeitzschel für die 1898 gegründete Kaffeeplantage Sakarre AG, Berlin als kaufm. Direktor in Sakarre, West-Usambara / Deutsch-Ostafrika (Tansania).

02.04.07

1887 - 1898 Ausbildung zum Bankkaufmann, bürgerlicher Beruf

Auf eindringlichen Wunsch seines Vaters – zunächst einen bürgerlichen Beruf zu
erlernen, mit welchem er später sich und eine Familie ernähren könne - absolvierte Gustav Zeitzschel

von 1887 bis 1890

eine Lehre als Bankkaufmann im Bank- und Wechselgeschäft Eduard Maass in der Berlinerstr. 64 in Charlottenburg (heute:  Otto-Suhr-Allee + Straße des 17. Juni, Berlin).

von 1890 bis 1892

war er als Kassierer im Bankgeschäft d'Heureuse & Sperle, in  der Königgrätzer Straße 108, Berlin (so genannt von 1867-1915, heute Stresemann- und Ebertstraße) tätig und

von 1892 bis 1898

als bevollmächtigter Kassierer, Oberbuchhalter, Korrespondent, etc. im Bankgeschäft seines Cousins Karl Zeitzschel in der Blücherstraße 5, Berlin.

Gesangsausbildung

Während dieser Zeit widmete sich Gustav Zeitzschel auch intensiv um seine Gesangsausbildung, u.a. bei der weltweit bekannten Opernsängerin und Gesangspädagogin Lilli Lehmann (* 24. Nov. 1848 in Würzburg; † 17. Mai 1929 in Berlin).



Source: Project Gutenberg Lilli Lehmann
How to Sing [Meine Gesangskunst] by Lilli Lehmann
Translation: Richard Aldrich



Zu Lilli Lehmann:
aus der Wikipedia.de

Sie hatte 1865 als Erster Knabe in Mozarts Zauberflöte am Deutschen Landestheater in Prag ihr Debüt, dem Engagements in Danzig, Leipzig und an der Berliner Hofoper (1870-85) folgten. Zunächst als Koloratursopran eingesetzt, sang Lehmann bald auch dramatische Partien, 1876 auf Wunsch Richard Wagners bei der Uraufführung des Rings der Nibelungen die Woglinde, Helmwige und die Stimme des Waldvogels. 1885 folgte sie einer Einladung der Metropolitan Opera (Met) in New York, wo sie als überragende Interpretin deutscher und italienischer Opernpartien gefeiert wurde.

Lehmann heiratete 1888 den Tenor Paul Kalisch (1855 – 1946). 1891 kehrte sie mit ihrer Familie nach Deutschland zurück und gehörte später wieder dem Ensemble der Berliner Hofoper an. In den folgenden Jahren gastierte sie in den USA, Paris sowie London und war als Gesangspädagogin tätig.

02.03.07

1878 - 1887 Gymnasialzeit in Berlin

Nach der Versetzung seines Vaters Gottlieb Zeitzschel von Sorau, N.L. an den neuen Bahnhof in Charlottenburg, besuchte Gustav Zeitzschel ab Sommer 1878 in Charlottenburg (bei Berlin) das renommierte Kaiserin-Augusta-Gymnasium.


Kaiserin-Augusta-Gymnasium vor 1884


Kaiserin-Augusta-Gymnasium nach dem Umbau im Jahre 1884















Aus dem Web: Schulbericht 1895 (PDF)
[Die Cauerschen Erziehungsanstalten erhielt 1876 an der Berliner Straße (Otto-Suhr-Allee) erhielt 1876 den Namen "Kaiserin-Augusta-Gymnasium". Um 1880 wurde das Schulgrundstück, auf dem zwischenzeitlich auch eine Turnhalle gebaut worden war, um einen Teil des benachbarten alten Friedhofs der Luisengemeinde erweitert.]