08.01.11

Zum 60. Todestag von Gustav Zeitzschel am 8. Jan 2011

Nach seiner aktiven Bühnenlaufbahn, über die diese Website Auskunft gibt, widmete sich Gustav Zeitzschel dem Tonfilm und dort speziell dem Singfilm. Zu seinem 60. Todestag 1951 - in der schweren Nachkriegszeit - stellen wir hier seine Aufzeichnungen über die Orte an denen er an Opernhäusern und Theatern engagiert war, gastierte und die Orte die er mit den Delog Produktionen 'Deutsche Lichtspiel-Opern" und "Singfilmen" bereist und bespielt hat ...

13.02.09

Spielzeit 1905/06: Besetzungen am Neuen Theater Nürnberg und am Stadttheater Fürth

Vom Stadtarchiv Nürnberg erhielten wir mit Datum 9. Februar 2009 folgend Listung der Aufführungen in denen Gustav Zeitzschel besetzt wurde.

Sehr geehrter Herr Martin,
nachfolgen nennen wir Ihnen wir Ihnen die Partien und Stücke, die Gustav Zeitschel in der Spielzeit 1905/06 am Neuen Theater Nürnberg und am Stadttheater Fürth besetzte:

Zinngießer Walter Zorn in Die Meistersinger von Nürnberg (R.Wagner)

Graf Almaviva in Der Barbier von Sevilla (G. Rossini)

Prinz Erich in Jung-Heidelberg (C. Millöcker)

Wilhelm Meister in Mignon (A. Thomas)

Siebel in Margarethe (Gounod)

Marquis von Chateauneuf in Zar und Zimmermann (A. Lortzing)

Walter von der Vogelweide in Tannhäuser (R. Wagner)

Alfred Germont in La Traviata (G. Verdi)

Jäger Max in Der Freischütz (C. M. von Weber)

Der zweite brabantische Edle in Lohengrin (R. Wagner)

Der Arbeiter Hans in Die schwarze Nina (A. Kaiser)

Tamino in Die Zauberflöte (W. A. Mozart)

Gesangslehrer Alfred in Die Fledermaus (J. Strauss)

Ritter Hugo von Ringstetten in Undine (A. Lortzing)

Erster Gefangener in Fidelio (L. van Beethoven)

Bois Rosé in Die Hugenotten (G. Meyerbeer)

Tudor in Mariora (G. C. Cosmovici und K. Schmeidler)

Baron Kronthal in Der Wildschütz (A. Lortzing)

Narrabeth in Salome (R. Strauss)

Fenton in Die lustigen Weiber von Windsor (O. Nikolai)

Quelle:
StadtAN C 45/III Nr. 330 (Besetzungszettel Neues Theater Nürnberg und Stadttheater Fürth, 1905/06)

04.09.08

Fundstelle Brasilien: Gustav Zeitzschel (1868 - 1951)

In Brasilien auf revistaevidencia.com.br finde ich meinen Großvater Gustav und in sehr vornehmer Gesellschaft. Schade, dass wir/ich bisher noch keine Aufnahmen aus seiner langjährigen Opern- und Sängerkarriere entdecken konnte...

Nun ja, und Portugiesisch verstehe ich auch nicht:

"Com posição de destaque entre os maiores tenores que a humanidade já teve, ao lado de celebridades como Gustav Zeitzschel, Plácido Domingo e Enrico Caruso, Luciano Pavarotti representa a força maior da popularização da ópera no mundo ocidental contemporâneo. Suas inúmeras apresentações ao longo de mais de quarenta anos de atuação como tenor foram cruciais para a divulgação das obras de compositores clássicos como Verdi, Schubert, Puccini, Donizetti, Massenet, entre outros."

Ein Freund hat das für mich jetzt teilweise übersetzt :
...In hervorragender Stellung unter den grössten Tenören, welche die Menschheit schon gehabt hat, an der Seite von Berühmtheiten wie Gustav Zeitzschel, Placido Domingo und Enrico Caruso, stellt Luciano Pavarotti die große Stärke zur Popularisierung in der zeitgenössischen westlichen Welt dar ...

Eintrag vom 4-September-2008

02.05.08

Nach 1951

Am 13. März des Jahres 1956 ist Gustav's zweite Frau Anna Dunst in Ebern verstorben. Nach der Auflassung des alten Friedhofs von Helmstadt, steht die Gedenktafel für Gustav Zeitzschel und den in Polen in den ersten Tages des Krieges gefallenen Sohn Hans, auf der Grabanlage von Anna Zeitzschel, geborene Dunst, in Ebern.

02.04.08

1945 - 1951 Krankheit und Abschied


Gustav Zeitzschel - gezeichnet vom Kampf gegen den Krebs (1950)



Gustav Zeitzschel starb am 8. Januar 1951 in Helmstadt bei Würzburg



und fand seine letzte Ruhe auf dem Helmstadter Friedhof.

02.03.08

1939 - 1945 Überleben



Die Brauteltern mit ihrer Tochter Lilo und dem Bräutigam Hans Martin (Juli 1942)



Anna Dunst und Gustav Zeitzschel



Gustav Zeitzschel zu Besuch in Jena (1940)

02.02.08

1932 - 1938 Den Unterhalt der Familie sichern

Den Unterhalt der Familie und das Studium des Sohnes Hans und der Tochter Lilo sicherte Gustav Zeitzschel nun hauptsächlich durch seine Tätigkeit als Gesangs- und Klavierpädagoge. Daneben gab er noch Konzerte und Liederabende.

Seine Tochter Lilo bildet er als Bühnen- und Konzertsingerin aus und bereitet ihren Eintritt am Konservatorium 1936 in Würzburg - im zarten Alter von 15 Jahren - vor.



Seine aktive Sängerkarriere beendete er am 15. April 1938 nach mehr als 3.600 Auftritten - in der Rolle des Petrus und Pilatus - mit der Johannes-Passion von Heinrich Schütz an der St. Johanniskirche in Würzburg.

Nach 40 Jahren Sängertätigkeit - von 1898 - 1938 - hat Gustav Zeitzschel, jetzt wohnhaft in Würzburg, Friedenstr. 17, ein Verzeichnis über seine Opernengagements, Operngastspiele, Konzerte, Oratorien, Soloquartetten, Opern- und Singfilm-Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erstellt.

Für Interessenten steht das Verzeichnis mit rd. 500 Aufführungsorten hier bereit.

02.01.08

1918 Heirat mit Anna Theresia Dunst

Am 7. Februar 1918 heiratete Gustav Zeitzschel in Berlin Anna Theresia Dunst (*1885 - †1956).



Mit Anna Dunst hatte Gustav zwei Kinder. Hans Rudolf (*1918 - †1939) und Liselotte Charlotte (Lilo) (*1921).

1915 - 1931 Deutsche Lichtspiel-Oper / Singfilm

Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1920, Seite 924

Gustav Zeitzschel "Gastier"
Berlin SW, Lichterfelder Str. 5


Ein feste Engagements an einem Opernhaus blieb Gustav Zeitzschel nach Chemnitz versagt. So blieben die Erinnerung



und der Aufbruch in eine neue Zeit. Die Zeit der Vorläufer des Tonfilms ...

1915 engagierte Karl Otto Krause von der Delog, Deutsche Lichtspiel-Opern Gesellschaft Gustav Zeitzschel als Opernsänger für ihre innovativen Singfilme nach dem Beck’schen Patent.

Erst als Gesangsstar und später als Direktor der deutsch-österreichischen Künstlergesellschaft organisierte er Gesang-Film-Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und sang in zahlreichen

Filmopern
u.a. Martha, Cavalleria Rusticana, Der Waffenschmied, Der Freischütz, Die lustigen Weiber von Windsor, La Traviata, Margarethe, Undine;

Filmoperetten
u.a. Nur auf den Bergen wohnt das Glück, Wer in der Jugend nicht küsst, sowie

Sing-Filmspiele
und Volksfilme u.a. Das Herz am Rhein, Du Mädel vom Rhein, Ich hatt' einen Kameraden ...













bis der aufkommende Tonfilm und die sich stetig verbessernde Tonqualität diese Aufführungsart in 1931/1932 hinfällig machte.

Fundstück: Materialien zur österreichischen Filmgeschichte Volume 5
G. Zeitzschel, Mädchen am Rhein

02.12.07

1909 - 1912 am Stadttheater in Chemnitz

Von 1909 – 1912 als lyrischer (und Spiel-)Tenor am Neuen Stadttheater in Chemnitz ...


Neues Stadttheater Chemnitz (eröffnet am 1. September 1909)
Quelle: Andreas-Praefcke.de

Direktion: Richard Jesse, Richard Tauber, sen. (1912)
Musikalischer Leiter / Kapellmeister: Oscar Malata (u.a.)
Spielleiter / Regie: Fritz Diener (u.a.)

Aus seinem Rollen-Repertoire

Carmen (Don José)
Der Barbier von Sevilla (Graf Almaviva)
Der fliegende Holländer (Der Steuermann Dalands)
Der Freischütz (Alfred)
Die Entführung aus dem Serail (Belmonte)
Die Meistersinger von Nürnberg (Kunz Vogelgesang, Kürschner)
Der Rosenkavalier (Haushofmeister, Sänger, Wirt)
Don Juan (Oktavio)
Faust / Margarethe (Faust)
Fidelio (Florestan)
Hoffmanns Erzählungen (Hoffmann)
Lohengrin (Erster Edler von Brabant)
Romeo und Julie (Romeo)
Tannhäuser (Walther von der Vogelweide)
Troubadour (Maurico)
Wildschütz (Graf Kronthal)
Zauberflöte (Tamino)

1913 verlor Gustav Zeitzschel sein Engagement in Chemnitz an den noch jungen Richard Tauber, der seinen Stelle als Solist, für ein deutlich geringeres Honorar, übernahm. Richard Tauber sen., ab 1912 Direktor des Chemnitzer Stadttheaters, ebnete den Weg für diesen Wechsel.



Chemnitz (29. Oktober)
Verdi Troubadour, Maurico

... Und Herr Zeitzschel ein lyrischer Tenor, wie wir ihn nicht allzu oft in unserem Ensemble gehört haben; sicher, mit geschmeidiger und weicher, fast samtener Stimme, die auch die für einen Spieltenor ungewohnten Anstregungen der Mauricorolle glänzend aushielt und sich in der Stretta, wie im Schlusse zu imponierender Höhe aufschwang.

Dazu kamen vor, während und nach dieser Zeit zahlreiche Gastspiele u.a. in

- Offenbach a. M.
- Hoftheater in Altenburg,
- Kgl. Hoftheater in Dresden (Semper Oper),
- Sommeroper in Stralsund, etc.

Aus der Kritik der Dresdner Zeitung (13. April 1905)
Zauberflöte, Tamino

Als Tamino in Mozarts Zauberflöte gastierte Herr Gustav Zeitzschel vom Nationaltheater in Berlin mit recht günstigem Erfolge, leider jedoch, wie man hört, nicht auf Engagement. Herr Zeitzschel hat Stimme und kann singen. Sein Organ ist, wie es scheint, auch kräftig und tragfähig genug, es käme nur auf eine weitere Probe an, ob er in großen Ensembleszenen Chor und Orchester zu beherrschen vermag. Die Bildnisarie geriet bis auf einige allzu nasal bzw. gaumig klingende Töne ganz vortrefflich, auch im weiteren Verlauf der Oper büßte die Stimme nichts an tenoralem Schmelz ein, und seit langem haben wir eine lyrische Partie nicht mehr so schön singen gehört, wie am Dienstag. Er übertrifft in mehr als einer Beziehung Herrn Saville.


Aus dem Fotoalbum von Gustav Zeitzschel

Wohnadresse: Gustav Zeitzschel, Weststr. 53, Chemnitz (1912)

02.11.07

1906 - 1909 am Stadttheater in Freiburg im Breisgau

Von 1906 – 1909 lyrischer Tenor am Stadttheater in Freiburg im Breisgau ...



Foto: Georg Röbcke (1910) Quelle: badische-zeitung.de


Aus der Kritik des Freiburger Tagblatt vom 14. Oktober 1907
Carmen, Don José

Als Don José nahm Herr Zeitzschel durch sichere musikalische und schauspielerische Haltung für sich ein und auch gesanglich bot er Erfreuliches. Im Duett des ersten und in der Arie des zweiten Aktes zeichnete sich der Ton durch Weichheit und Geschmeidigkeit aus. Den rächenden José wußte Herr Zeitzschel mit manchen gelungenen Strichen zu zeichnen.


Breisgauer Zeitung vom 29 Oktober 1906
Barbier von Sevilla, Graf Almaviva

Den unbestreitig großen gesangstechnischen Anforderungen des Werkes kam der Almaviva des Herrn Zeitzschel schon besser entgegen. Das heikle Figurenwerk war mit sichtlichem Fleiße herausgearbeitet. Das von dem Sänger mit Glück angewandte mezza voce, sowie das schon früher konstatierte lebendige Spiel wirkten unbedingt erfreulich.


Freiburger Tagblatt vom 18. September 1907
Der Freischütz, Max

Den Max sang Herr Zeitzschel und bot mit dieser Partie weit die beste bisherige Leistung. Mit seiner frischen Stimme, welche männlich und voll erklang, mit warmen Ausdruck brachte er die große Arie zu schöner Wirkung, wie er der ganzen Partie ein richtiges Gepräge lieh; warmherzig, ein wenig sentimental - doch ohne Weichlichkeit.


Fidelio, Florestan

Eine gleichfalls erfreuliche Überraschung bot Herr Zeitzschel als Florestan. Derselbe gab eine sehr respektable Talentprobe. "In des Lebens ..." bewegen sich die ferneren Darbietungen des Sängers in demselben crescendo weiter, so haben wir noch recht Gutes von ihm zu erwarten.

Freiburger Tagblatt vom 14. Oktober 1907
Carmen, Don José

Als Don José nahm Herr Zeitzschel durch sichere musikalische und schauspielerische Haltung für sich ein und auch gesanglich bot er Erfreuliches. Im Duett des ersten und in der Arie des zweiten Aktes zeichnete sich der Ton durch Weichheit und Geschmeidigkeit aus. Den rchenden José wußte Herr Zeitzschel mit manchem gelungenen Strichern zu zeichnen. Stadttheater Freiburg im Breisgau - eröffnet 1823 Sitzplätze für ca. 850 Personen

Wohnadresse: Gustav Zeitzschel, Zasiusstr. 42, 79102 Freiburg (Bühnen Jahrbuch 1907)

02.10.07

1905 - 1906 am Neuen Stadttheater in Nürnberg

Von 1905 – 1906 war Gustav Zeitzschel als lyrischer Tenor am Neuen Stadttheater in Nürnberg, unter Leitung von Hofrat Richard Balder



Aus Nürnberger und Fürther Zeitungen
Barbier von Sevilla, Graf Almaviva

Einen wackeren Grafen Almaviva stellte der lyrische Tenor Herr Gustav Zeitzschel in die Szene; milde, sympatische und dabei in Umfang und Stärke ausgiebige Stimme mit gefälligem Spiel rückten den Grafen Almaviva in den Vordergrund.

Einen tüchtigen lyrischen Tenor lernten wir in Herrn Gustav Zeitzschel kennen; die Stimme besitzt Kraft und Fülle in der Höhenlage, wie vollständig ausgeglichene Register der Mittelpartie bei überaus symphatischer Klangfarbe. Das Spiel zeigt dramatisches Leben und charakterisiert Stimmung der Szenen und jede wechselnde Empfindung der Helden.

Der hochnotpeinlichen Prüfung sind also hier in erster Linie die Solisten ausgesetzt und es kann mit Freude anerkannt werden, daß sie gestern samt und sonders gut bestanden haben. Es waren tüchtige Künstler von guter Schulung und Erfahrung, Leute die zu singen verstehen und in erster Linie bestrebt sind, dem Zuhöhrer einen Genuß fürs Ohr zu bereiten. Die größeren Herrenrollen sangen Gustav Zeitzschel ... mit bestem Gelingen.

Wohnadresse: Luitpoldstr. 13, 90402 Nürnberg (Bühnenjahrbuch)

02.09.07

1904 - 1905 am Nationaltheater Berlin

Mitte 1904 (und bis 1905) wechselte Gustav Zeitzschel als lyrischer Tenor an das Nationaltheater am Weinbergsweg, Berlin. Es wurde am 29. September 1904 neu eröffnet und stand unter der Direktion von Hugo Becker (ehem. Mit-Direktor des Theater des Westens) und des Kapellmeisters Wilhelm Reich.


Quelle: Berliner Telefonbuch 1905


Quelle: "Neuer Theater-Almanach für das Jahr 1905"
            der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger  (Seite 132)

"Das National-Theater in Berlin, als volkstümliche Opernbühne von Dir. Hugo Becker zu Beginn des Herbstes [A.d.V.: 1904] ins Leben gerufen und nicht ohne künstlerische Erfolge geleitet, schließt seine erste Spielzeit, welche zugleich die letzte ist. Auch der vorübergehende Eintritt des Herrn Dir. Leopold Müller aus Wien in die Direktion hatte nicht verhindern können, daß das Unternehmen nicht in der gehofften Weise prosperierte, woran wohl die Lage des Theaters am Weinbergsweg, und die der Oper nicht günstige Beschaffenheut des Raumes wesentliche Schuld trugen. Das zum größten Teil durch mehrjährige Verträge gebundene Personal löst sich auf. Als Possenbühne unter dem Namen Walhalla Theater [A.d.V.: Walhalla Varité-Theater] wird das Haus am 1. Oktober [A.d.V.: 1905 - 1914] wieder geöffnet."


Aus der Kritik der Dresdner Zeitung vom 13. April 1905
Zauberflöte, Tamino

Als Tamino in Mozarts "Zauberflöte" gastierte Herr Gustav Zeitzschel vom Nationaltheater in Berlin mit recht günstigem Erfolge, leider jedoch, wie man hört, nicht auf Engagement. Die Bildnisarie geriet ... ganz vortrefflich, auch im Verlauf der Oper büßte die Stimme nichts an tenoralem Schmelz ein, und seit langem haben wir eine lyrische Partie nicht so schön singen gehört, wie am Dienstag. Er übertrifft in mehr als einer Beziehung Herrn Saville.

Nürnberger / Fürther Zeitung: 1905
Barbier von Sevillia, Almaviva

Einen tüchtigen lyrischen Tenor lernten wir in Herrn Gustav Zeitzschel kennen; die Stimme besitzt Kraft und Fülle in den Höhenlagen, wie vollständig ausgeglichene Register der Mittelpartie bei überaus sympatischer Klangfarbe. Das Spiel zeigt dramatisches Leben und charakterisiert Stimmungen in Szenen und jede wechselnde Empfindungen des Helden.


Verschiedene Berliner Zeitungen (2. Oktober 1904)
Wildschütz, Graf Kronthal

Aus der recht undankbaren Rolle des Barons Kronthal holte Herr Zeitzschel mit seiner gewandten Spielweise und schmiegsamen Tenorstimme heraus, was da zu holen ist.

Von den Solisten ist Herr Gustav Zeitzschel zuerst zu nennen. Sein wohlklingender, mühelos ansprechender Tenor erfreit durch Gleichmäßigkeit der Tongebung in allen Lagen, und die Textbehandlung läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, ohne daß das Legato irgendwie darunter litte. Die Darstellung ist bereits ganz gewandt, so daß der Gesamteindruck dieser Leistung (Graf Kronthal) ein entschieden günstiger war.

02.08.07

1902 - 1904 am Hoftheater in Weimar



Ab Ende 1902 und bis Mai 1904 war Gustav Zeitzschel als lyrischer Tenor am Hoftheater Weimar, unter dem Intendanten Hippolyt von Vignau und dem Hofkapellmeister Rudolf Krzyzanowski, engagiert.



Aus der Kritik der Weimarische Zeitung vom 18. November 1902
Der Postillon von Lonjumeau

Seiner graziösen Musik und zahlreicher komischer Pointen wegen wird der "Postillion" immer ein dankbares Publikum finden, besonders aber, wenn eine Bühne das Glück hat, in der Titelrolle einen so vortrefflichen "Ritter vom hohen C" wie Herrn Gustav Zeitzschel zu besitzen.

Hoffmanns Erzählungen, Hoffmann (6. Dezember 1902)

Herr Zeitzschel hatte als Hoffmann eine sehr anspruchsvolle Aufgabe zu erfüllen und er hat dieselbe in höchst anerkennenswerter Weise gelöst. In der Darstellung ist der junge Künstler schon bedeutend freier geworden, und an Übung hat es ihm auch nicht gemangelt. Die Gestalt des Hoffmann dürfte man sich wohl etwas gereifter vorstellen, als sie Herr Zeitzschel versinnbildlichte. Die Tongabe des Sängers ist leicht und gefällig, das hohe C macht ihm keine Schwierigkeiten. Die Fülle des Tones wird sich jedenfalls noch verstärken, im Duett mit Giulietta wurde die Stimme Hoffmanns mehrfach verdeckt. Die Gesamtleistung des Herrn Zeitzschel war eine treffliche, so daß wir an derselben rechte Freude hatten.

Wohnadresse: Grunstedterstr. 15, [heute: Richard-Wagner-Str. 15] 99423 Weimar

02.07.07

1901 - 1902 am Stadttheater in Aachen

Ab 1902 war Gustav Zeitzschel als lyrischer Tenor am Stadttheater in Aachen engagiert ...



Aachen - Diverse Zeitungen
Don Juan, Don Oktavia (8. Februar 1902)

Auch Herr Zeitzschel befand sich in derselben glücklichen Lage. "La musique de Mozart est bien trop difficile pour le chant" sagte einst Kaiser Josef im Jahre 1788 dem Oberstkämmerer Grafen Rosenberg. Wie Herr Zeitzschel den Don Oktavio sang, klangschön und erwärmend, geschmackvoll im Vortrag und mit brillianter Atemführung, kann er mit Recht ein gut gehäuftes Maß der Anerkennung heischen.

Die Entführung aus dem Serail, Belmonte

Als gewiegter Mozartsänger präsentierte sich diesmal Herr Zeitzschel als Belmonte. Sein bel canto war durchgehends anerkennungswerth, die mit Koloraturen reich verbrämten Arien wußte er stilgemäß, ebenso sauber in der Technik, wie sinngemäß im Vortrag zu wirkungsvollem Ausdruck zu bringen.

Herr Zeitzschel (Belmonte) hatte einen guten Tag. Im Spiel machte er sich redlich Mühe, sein Gesang klang so korrekt und lag dem Organ so bequem, daß man ihm volles Lob zollen darf. Der Vortrag der zweiten Arie konnte geradezu meisterhaft genannt werden.


 Stadttheater Aachen - Wiedereröffnung nach vollständigem Umbau Sitzplätze für 1.100 Personen Wohnort: Camphausbadstraße 27, Aachen Deutscher Bühnenverein, Berlin, Deutscher bühnen-verein, Berlin, Genossenschaft deutscher bühnen-angehöriger, Berlin - 1902.

Aus der Zeitschrift Die Musik (1902)

Kritik: Oper  (Seite 1223)

WEIMAR: 

Den Premieren seiner Werke „Kain'' und „Abreise*', die im März, ersteres in vorzüglicher Besetzung (Kain: Gmür), am Hoftheater in Scene gingen, wohnte d'Albert selbst bei und wurde zwölfmal hervorgerufen. Man fühlte so recht, was Weimar in ihm verloren. Dass der stürmische Beifall auch den Werken selbst galt, bewies die Reprise. Als Manrico gefiel Zeitzschel-Aachen. Er ist für nächste Saison engagiert. 

Dr. Heinss. 

02.06.07

1900 - 1901 am Stadttheater in Frankfurt a. M.

Nach seine Rückkehr aus Afrika widmete sich Gustav A. Zeitzschel sich dann ganz seiner künstlerischen Laufbahn als erster lyrischer Tenor, anerkannter Mozartsänger, Konzert und Oratoriensänger. Dem Wunsch der Familie nach einer soliden Ausbildung, war ja genüge getan.

Gustav Zeitzschels hauptberufliche Sängerkarriere begann im Dezember 1900 mit einem Engagement als lyrischer Tenor am Stadttheater / Oper in Frankfurt a.M. unter dem Opernintendant Paul Jensen, Erster Kapellmeister und Musikalische Leitung: Ludwig Rottenberg.


Die Oper am Opernplatz (um 1880)
Quelle: Wikipedia Public Domain, contributed by Philipp Cross


Aus der Kritik des Frankfurter General-Anzeiger vom 8. Dezember 1900
Zauberflöte, Tamino

Eine der erfreulichsten Neuerungen, die Intendant Jensen uns bisher geboten, war die Neubesetzung des Tamino in der vorgestrigen Aufführung der "Zauberflöte". Sie gab uns die Gewissheit, eine seltsame Spezies im Rahmen der zeitgenössischen Kunst für uns entdeckt und sofort auch verpflichtet zu sehen - die Spezies des echten und rechten Mozartsängers. Der homo novus ist Herr Zeitzschel und sein vorgestriges Auftreten in der Rolle des standhaften Prinzen ward uns, die wir seit Jahren über die Fahrten und Abenteuer auf der Suche nach einem künstlerischem Nachwuchse für die Frankfurter Oper Buch zu führen gehabt, zu einer Überraschung freudigster Art. Herr Zeitzschel ist ein Tamino, wie er seit langem nicht mehr auf unserer Bühne zu Gehör gekommen; ein ausgesprochenes Gesangstalent, dessen natürliche Leichtigkeit der Tongebung in trefflicher künstlerischer Schulung vervollkommnet worden. Dabei ist das Organ jugendlich frisch und doch herzhaft im Ausdruck; weich und geschmeidig, ohne zu süßlicher Empfindsamkeit verzärtelt zu sein; lyrisch in der Stimmung und doch männlich gefestigt im schönen Vollklang des Tones.




Aus der Kritik der Offenbacher Zeitung: 16. September 1901
Der Troubadour, Manrico

Als Manrico stand ihr Herr Zeitzschel würdig zur Seite. Der Sänger besitzt einen schönen, metallreichen Tenor, der besonders in der Höhen- und Mittellage sehr anspricht. Die weitere Ausbildung dieses Herrn, der sich auch als gewandter Darsteller zeigte, berechtigt zu den schönsten Erwartungen.

Vereinigte Stadttheater - eröffnet 1880 Sitzplätze für 1900 Personen
Wohnadresse: Gustav Zeitzschel, Reuterweg 72, Frankfurt a.M. (1901)

aus: Deutscher Bühnenverein, Berlin, Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, Berlin, Reichstheaterkammer. Fachschaft Bühne 1901

02.05.07

1899 - 1900 In Afrika

Der älter Cousin Gustav Zeitzschels, der Berliner Bankier Karl Zeitzschel war auch in der Deutschen Kolonialgesellschaft aktiv u.a. als Schatzmeister und Herausgeber verschiedener Schriften der Gesellschaft.



Es kann angenommen werden, dass er auch in diese Projekt investiert hatte und nicht ganz unbeteiligt war, dass Gustav statt nach seiner musikalischen Ausbildung sich ganz der Musik zu widmen, sich verpflichten ließ, noch einmal für zwei Jahre als kaufmännischer Direktor nach Afrika zu gehen.



Von 1899 bis 1900 war Gustav Zeitzschel für die 1898 gegründete Kaffeeplantage Sakarre AG, Berlin als kaufm. Direktor in Sakarre, Deutsch-Ostafrika (Tansania).

08.04.07

1897 Heirat mit Maria Clara Ehrhardt

Am 12. August 1897 heiratete Gustav Zeitzschel die Maria Clara Ehrhardt (* 1869 - 1934).



Aus dieser Ehe stammen die Kinder Charlotte Clara Zeitzschel (*1898) und Ernst Ehrhardt Gustav Zeitzschel (*1906).

02.04.07

1887 - 1898 Ausbildung zum Bankkaufmann, bürgerlicher Beruf

Von 1887 bis 1890 absolvierte Gustav Zeitzschel eine Lehre als Bankkaufmann im Bank- und Wechselgeschäft Eduard Maas in Charlottenburg. Von 1890 bis 1892 war er als Kassierer im Bankgeschäft d'Heureuse& Sperle, in Berlin, Königgrätzer Straße 108 [von 1867-1915, jetzt Stresemann- und Ebertstraße] tätig und von 1892 bis 1898 als bevollmächtiger Kassierer, Oberbuchhalter, Korrespondent, etc. im Bankgeschäft seines Cousin Karl Zeitzschel in Berlin, Blücherstraße.

Während dieser Zeit erhielt er auch seine Gesangsausbildung bei der weltweit bekannten Opernsängerin und Gesangspädagogin Lilli Lehmann (* 24. Nov. 1848 in Würzburg; † 17. Mai 1929 in Berlin).



Source: Project Gutenberg Lilli Lehmann
How to Sing [Meine Gesangskunst] by Lilli Lehmann
Translation: Richard Aldrich



Zu Lilli Lehmann:
aus der Wikipedia.de

Sie hatte 1865 als Erster Knabe in Mozarts Zauberflöte am Deutschen Landestheater in Prag ihr Debüt, dem Engagements in Danzig, Leipzig und an der Berliner Hofoper (1870-85) folgten. Zunächst als Koloratursopran eingesetzt, sang Lehmann bald auch dramatische Partien, 1876 auf Wunsch Richard Wagners bei der Uraufführung des Rings des Nibelungen die Woglinde, Helmwige und die Stimme des Waldvogels. 1885 folgte sie einer Einladung der Metropolitan Opera (Met) in New York, wo sie als überragende Interpretin deutscher und italienischer Opernpartien gefeiert wurde.

Lehmann heiratete 1888 den Tenor Paul Kalisch (1855 – 1946). 1891 kehrte sie mit ihrer Familie nach Deutschland zurück und gehörte später wieder dem Ensemble der Berliner Hofoper an. In den folgenden Jahren gastierte sie in den USA, Paris sowie London und war als Gesangspädagogin tätig.

02.03.07

1878 - 1887 Gymnasialzeit in Berlin

Nach der Versetzung seines Vaters Gottlieb Zeitzschel von Sorau, N.L. an den neuen Bahnhof in Charlottenburg, besuchte Gustav Zeitzschel ab Sommer 1878 in Charlottenburg (bei Berlin) das renommierte Kaiserin-Augusta-Gymnasium.

Aus dem Web: Schulbericht 1895 (PDF)
[Die Cauerschen Erziehungsanstalten erhielt 1876 an der Berliner Straße (Otto-Suhr-Allee) erhielt 1876 den Namen "Kaiserin-Augusta-Gymnasium". Um 1880 wurde das Schulgrundstück, auf dem zwischenzeitlich auch eine Turnhalle gebaut worden war, um einen Teil des benachbarten alten Friedhofs der Luisengemeinde erweitert.]

02.02.07

1868 - 1878 Sorau Nieder Lausitz

Gustav Adolf Zeitzschel wurde am 1. Februar 1868 in Sorau, N.L. (heute Żary, Polska) als Sohn des königlichen Lokomotivführers Gottlob Zeitzschel und seiner Ehefrau Henriette Wilhelmine, geb. Stephan geboren.

02.01.07

Vor 1868 - die Herkunft



Gustav's Eltern: Johann Gottlob Zeitzschel und Henriette Wilhelmine Stephan

Nach Naumburg (Saale) in Sachsen-Anhalt kamen die ersten Zeitzschel's um 1.600. Die wohl wahrscheinlichste Ableitung des Familiennamens ist Benennung als 'die von Zeitz'. Geschätzte und gut situierte Handwerker, die aus Zeitz zugewandert sind und in Naumburg sesshaft wurden.



Zeitz um 1650 (Merian)

Der erste (und zu dieser Zeit einzige) Zeitzschel im Bürgerbuch der Stadt Naumburg (Saale) ist Ambrosius Zeitzschel geboren in Klein Gostewitz und von Beruf Gerber (Jahr 1614)

Die nächsten Aufstellung könnten bereits eine neue Generation dokumentieren oder aber, weitere Zuzüge (Nachzüge) der von Zeitzschel ausweisen:

Zeitzschell, Hanns, Becker - Jahr 1639
Zeitzschell, Toffel (Christoph), aus der Aue, Becker - Jahr 1642
Zeitzschell, Ambrosiy, B.S. Lohgerber - Jahr 1653
Zeitzschel, Christoph, Bäcker - Jahr 1676

Der (erste uns bekannte) Urahn des Gustav Zeitzschel, Johannes Zeitzschel. Er wurde ca. 1620 geboren, heiratete 1639 in Naumburg und ist dort 1666 gestorben. Es könnte der Hanns Zeitzschel (Beruf Bäcker) aus der obigen Auflistung sein.

Karl Gustav Andresen beschreibt in
Die altdeutschen Personennamen in ihrer Entwicklung und Erscheinung
die Namensentwicklung wie folgt:









(auf Seite 101)